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Veröffentlicht am 02.11.17 10:30

Neues EU Umsatzsteuerrecht

Die Europäische Kommission hat eine Reform des Umsatzsteuerrechts in der EU vorgestellt. Hintergrund ist der massive Umsatzsteuerbetrug. Jährlich werden ca. 150 Mrd. EUR von gesetzlich geschuldeter Umsatzsteuer nicht gemeldet oder nicht abgeführt. Kerninhalte sind: Innergemeinschaftliche Lieferungen mit Steuerausweis, eine zentrale Anlaufstelle bei der Unternehmen ihre umsatzsteuerlichen Pflichten innerhalb der EU in einem Portal melden, Lieferungen werden nach dem Bestimmungslandprinzip und nicht mehr nach dem Abgangslandprinzip besteuert, das bedeutet, dass Lieferungen innerhalb der EU an Unternehmen wie auch Verbrauchern (Privatpersonen) zukünftig immer den Steuersatz im Sitzland des Empfängers aufweisen werden, der innergemeinschaftliche Erwerb entfällt damit. Weiterhin wird der Status "Zertifizierter (Umsatz)Steuerpflichtiger" (Impact Assessment - Single VAT Area) eingeführt. Der Status wird von Finanzbehörden des Sitzstaates von Unternehmen vergeben, welche nicht nur national sondern weltweit als zuverlässiger Steuerpflichtiger in umsatzsteuerlichen Zusammenhängen betrachtet werden. Hierzu werden umfangreiche Nachweise, Prozessabläufe, Dokumentationen von Warenströmen, Sicherheit sowie finanzielle Leistungsfähigkeit gefordert. Das neue System wird steuerehrliche Unternehmen damit stärken. Unternehmen, welche z.B. die aktuellen Lieferlandschwellen an Privatpersonen innerhalb der EU nicht melden oder sonstige Steuerhinterziehungen betreiben, werden wirksam bestraft. Kleinere Unternehmen werden diesen dennoch erheblichen finanziellen und technischem Aufwand für den neuen Status, die digitalen Meldepflichten und die Anpassungsleistungen an Shop- und Warenwirtschaftssystemen kaum erreichen oder halten. Grundsätzlich ist dieser Schritt begrüßenswert. Die Maßnahmen sollen voraussichtlich bis 2020 ganzheitlich innerhalb der EU umgesetzt werden. Für Shopbetreiber wird es dann entweder nur noch nationalen Vertrieb oder internationalen bzw. europaweiten Vertrieb geben, welcher durch den Status "Zertifizierter (Umsatz)Steuerpflichtiger" mittels ID im Impressum bestätigt wird. Das Feld "Umsatzsteuer ID" in den Registrierungsformularen von Shopsystemen für Unternehmen zum steuerfreien Einkauf innerhalb der EU (innergemeinschaftliche Lieferungen) wird es dann nicht mehr geben und je nach Lieferlandauswahl wird der Steuersatz im Sitzland des Empfängers zur Abrechnung kommen.


Quelle Bild: Fotolia, Urheber: Grecaud Paul

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